
«Als Symbol unbestechlich»
«Als Symbol bin ich unbestechlich», sagt Batman (Batman Begins, 2005). Aber auch ein unbestechliches Symbol muss mal etwas essen, duschen oder aufs Klo. Dass so alltägliche Dinge einem Superhelden keinen Abbruch tun, wissen Sie als Leser selbst am besten. Der Schweizer Fotograf Sebastian Magnani hat eine ganze Reihe von Situationen mit Batman geschossen – auf dem Golfplatz oder mit einem Porsche vor einem Fast-Food-Restaurant. Dieses Bild – «Daily Bat – Spaghetti Al Pomodoro», Inkjet-Print, signiert und nummeriert – kann man als Druck erwerben. Oder man fragt den vielfach ausgezeichneten Magnani, dessen Arbeiten in namhaften Galerien rund um den Globus hängen, ob er einen nicht selbst ablichten möchte. Magnani lebt und arbeitet ganz bodenständig in Uitikon-Waldegg ZH, also alles andere als unerreichbar. Wir sind doch alle irgendwie Superhelden, oder? Wir sind gespannt, ob wir Sie demnächst in unserer Fotogalerie vorstellen dürfen. sebastianmagnani.com

Boarder on the rocks
Nein, das ist nicht der Blick durch einen Wodka mit Eis auf einen Boarder an einer Brücke am Meer. Das ist ein Wakeboarder auf einem Meer aus Eis. Der Energiebrause-Riese Red Bull ist ja bekannt dafür, seine Ambassadoren zu Höchstleistungen jenseits des menschlichen Verständnisses anzuspornen. Die Wakeboarder Felix Georgii, Dominik Gührs und Dominik Hernler reisten dafür nach Schweden, nördlich des Polarkreises. Alle drei sind medaillengekrönte Hochleistungssportler – auf fliessendem Wasser. Im eisigen Nordschweden aber bauten sie mit ihrer Mannschaft einen Hindernisparcours aus zehn Tonnen Eisblöcken, die sie zuvor aus dem Eis schneiden mussten. Bei bis zu minus 32 Grad. Sechs Millimeter dicke Neoprenanzüge schützten sie vor der Kälte. Es reichte ihnen aber nicht, nur über das eisige Wasser und einige Hindernisse zu boarden – sie wollten auch unten durch. Es gibt Fotos (von Red-Bull-Illume-Gesamtsieger Lorenz Holder), die zeigen, wie sich Grenzgänger Georgii unter dem Eis durchs Wasser ziehen lässt. Gührs, Georgii und Hernler schwärmten anschliessend, so etwas hätten sie noch nie gemacht. Wären wir gar nicht erst drauf gekommen. Nicht nachmachen, bitte.

Unterschätze nie die Frauen!
Das ist Hedwig Eva Maria Kiesler, besser bekannt als Hedy Lamarr (†2000). Die Mode, die sie hier trägt, ist zeitlos; das Foto des Wiener Mädchens, das zum Hollywood-Star wurde, stammt aus den 1940er-Jahren. Genauso zeitlos ist die Erfindung, an der Hedy Lamarr während des Zweiten Weltkriegs mitwirkte. Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil entwickelte sie ein Frequenzsprungverfahren, mit dem sich ferngesteuerte Torpedos vor Störsendern schützen liessen. Ihr Wissen über Torpedos eignete sich die Schauspielerin unter anderem als junge Ehefrau des Waffenherstellers Friedrich Mandl an, der ihr die Filmkarriere verbot und sie stattdessen zu Geschäftsmeetings mitschleppte. Das Verfahren wurde 1942 unter der US-Patentnummer 2 292 387 registriert, aber nie umgesetzt. Als jedoch in den 1990er-Jahren Firmen begannen, sich mit drahtloser Kommunikation zu befassen, kam das Patent zum Einsatz – auf ihm basieren bis heute Mobilfunknetze, Bluetooth-Geräte und WLAN. Männer behaupten ja noch immer, Multitasking gehe nicht. Hedy Lamarr hat bewiesen, dass man an einer Cocktailparty herumstehen, ein Champagnerglas halten und dabei etwas Essenzielles für die eigene Zukunft lernen kann.

Peekaboo!
Nein, wir möchten hier auf gar keinen Fall zum Nachmachen animieren. Es sollten so wenige Menschen wie möglich in die Regionen der Berggorillas im Bwindi-Regenwald reisen, nur um einen Blick auf die bedrohten Giganten unserer Welt zu erhaschen – auch wenn es Safari-Angebote gibt. Nein. Es reicht, wenn Fotografen wie Brice Tribollet das tun, sich tagelang Zeit nehmen und auf den einen Moment warten, in dem sich ein Silberrücken die Ehre gibt. Solche Aufnahmen sind wichtig, um zu zeigen, dass es diese Tiere noch gibt – aber auch, um zu sagen: Lasst sie gefälligst in Ruhe. Der Genfer Brice Tribollet landete mit dieser Arbeit unter dem Titel «Hide & Seek» auf der Shortlist der Kategorie Open Competition der Sony World Photography Awards 2022. Und das, obwohl er, der die Wildtierfotografie zu seiner Leidenschaft gemacht hat, erst seit drei Jahren fotografiert. Leidenschaftlich etwas für die Berggorillas tun kann man auch anders – zum Beispiel die Stiftung von Dian Fossey unterstützen (gorillafund.org). Das Team – Dian Fossey selbst wurde 1985 brutal ermordet – riskiert viel, um das Aussterben der Berggorillas zu verhindern. Bislang erfolgreich, aber das geht nur mit finanzieller Hilfe. Am besten tritt man als Spender in den Leadership Circle ein oder adoptiert symbolisch ein Tier; dann darf man gelegentlich auch in die geschützten Regionen reisen und in Uganda, Ruanda oder im Kongo vielleicht selbst einem so schönen Tier wie Rwamutwe Auge in Auge gegenüberstehen. Aber nur dann, bitte. bricevisuals.com
Dieser Artikel erschien im Juni 2023 in der Ausgabe MEN 1/23.


