Wie die Mutter, so der Sohn — das Sprichwort gibt es zwar nicht, aber auf Franck Pelux würde es perfekt passen. Mit sieben oder acht Jahren wusste der kleine Franck schon, dass er Koch werden wollte. Seine Mutter, Rabia Pelux, stand damals im Familienbetrieb in Autun im Burgund noch gar nicht am Herd, sondern war Saaldirektorin. «Innerhalb von vier Monaten kehrten drei Küchenchefs dem Restaurant den Rücken. Da beschloss meine Mutter, selber das Zepter in die Hand zu nehmen — das Problem war nur, dass sie gar nicht kochen konnte. Zwei, drei Monate lang brachte sie nur Salate zustande.»
Was folgte, zeigt, wie Entschlossenheit ein Schicksal verändern kann: «Meine Mutter rief alle Dreisternerestaurants im Burgund an, um ein Praktikum zu bekommen. Sie absolvierte rund zwanzig Schulungen bei den Meilleurs Ouvriers de France und entwickelte eine Leidenschaft für den Beruf.» An der Seite dieser Kämpfernatur wurde Franck vom Lehrling zum Koch. Direkt nach dem Abschluss begann er beim Sterngastronomen Laurent Peugeot im Charlemagne — und traf dort seine heutige Partnerin Sarah Benahmed. Er war neunzehn, sie sechzehn; ein Paar wurden die beiden zwei Jahre später.

Wichtige Lehrjahre in Asien
Es folgten Saisons in renommierten Häusern — Sommer in Saint-Tropez bei Arnaud Donckele, Winter in Courchevel —, dann der Sprung ins Ungewisse: Laurent Peugeot vertraute dem Paar die Eröffnung seines ersten Restaurants im Ausland an. «Mit 23 war ich Küchenchef in Singapur. Ich habe so viel gelernt und Freunde fürs Leben gefunden.» In der Freizeit entdeckten die beiden die Food Courts und Hawker Centres des Stadtstaats: «Pouletschenkel nach chinesischer Art, Adobo aus den Philippinen, echte japanische Ramen.» Danach leiteten sie zwei Jahre lang ein Restaurant in Peking — 16-Stunden-Tage bei Hitze und Feuchtigkeit, abends zu zweit auf dem E-Scooter durch die menschenleere Stadt.

«Top Chef» als Karriere-Kick
In Asien fragte der französische Sender M6 an, ob Pelux 2017 an der achten Staffel von «Top Chef» teilnehmen würde. Er kam bis ins Finale, gewann aber nicht — und doch wurde das Fernsehabenteuer zum Sprungbrett: Pelux wurde Küchenchef im Crocodile in Strassburg, dem er 2018 und 2019 den Michelin-Stern erhielt, ehe der Ruf ins La Table du Lausanne Palace folgte, wo er Küchenchef und Sarah Benahmed Saaldirektorin wurde. «Noch heute spricht mich die Hälfte der Gäste auf meinen Fernsehauftritt an. Die Reichweite dieser Sendung ist verrückt.»

Inspiriert wird Pelux besonders von der asiatischen Küche: «Ich möchte besondere Gerichte anbieten, die man nirgendwo sonst findet.» Über Rezepte sprechen er und Sarah viel — gern unterwegs in ihrem DS 7 Hybrid, ist Pelux doch neuer Markenbotschafter von DS. Was die beiden in der Schweiz hält? «Hier ist die Natur erhalten, alles ist einfacher, und die Kunden sind wahre Kenner.» Und was sie eines Tages aufbrechen liesse? Eine Familie — ein gemeinsamer Wunsch. «Mit unseren beiden Berufen müssten wir über dem Restaurant wohnen, um nach unserem Kind zu schauen.» Fortsetzung folgt.

Dieser Artikel erschien im November 2021 in der Ausgabe MEN 1/21.


