
Eine Aufschnittmaschine als Männertraum? Kaum vorstellbar. Und doch … es gibt sie! Allein der Name «Berkel» erhöht den Puls von Hobby- und Profiköchen. Sie ist ein Traum von Präzision, von Stil und von einer tiefen Verbindung zu vollendeter Handwerkskunst.
Die Faszination beginnt mit dem Schnitt, der so perfekt und rein ist, dass er schon fast meditativ wirkt. Es ist diese makellose, lautlose Präzision, die nicht nur beeindruckt, sondern jeden Geniesser in den Bann zieht. Denn Kenner wissen: Nur wenn Spezialitäten wie der Culatello di Zibello oder eine Mortadella Bologna IGP hauchdünn geschnitten sind, geben sie ihre ganze Genusspracht frei.
Doch die Magie geht weit über das reine Schneiden hinaus. Berkel-Maschinen sind Zeugen einer glorreichen Vergangenheit, als das perfekte Handwerk einen Stellenwert hatte, den es heute vielfach verloren hat. Sie sind das Tor zu einer Welt, in der Eleganz und Stil nicht nur angestrebt, sondern gelebt wurden. Und nicht zuletzt ist da diese unnachahmliche Ästhetik: Berkel-Maschinen sind keine rein funktionalen Geräte, sondern wahre Kunstwerke, deren Design eine Ode an die Schönheit ist.
Die grosse Idee
Alles begann am 5. Februar 1869 im kleinen Dorf Enschot in den Niederlanden mit der Geburt von Wilhelmus Adrianus van Berkel. Er wurde Metzger, begeisterte sich für Feinmechanik und hatte eine grosse Idee: Er wollte eine Maschine bauen, die Fleisch perfekt schneidet. Nach zahlreichen Versuchen bestand die Lösung aus einer konkaven Klinge, die die manuelle Bewegung des Metzgermessers imitierte. Dazu kam eine bewegliche Platte, die durch ein Schwungrad vor- und rückwärts bewegt wurde. Die erste mechanische Schneidemaschine war geboren: das Berkel-Modell A.
Am 12. Oktober 1898 gründete Berkel in Rotterdam die weltweit erste Fabrik für Aufschnittmaschinen. Der Rest ist Geschichte. 126 Jahre später erwirtschaftet die Van Berkel International mit über 160 Angestellten einen Umsatz von mehr als 20 Millionen Dollar. Und die Marke ist zum Kultobjekt geworden; selbst im Museum of Modern Art in New York steht ein Berkel-Modell C – zum Anschauen, nicht zum Schinkenschneiden.
Unser Liebling
Doch unser Lieblingsmodell unter den vielen Berkel-Varianten ist die Volano P15. Die Nachbildung des ikonischen Modells P aus den 1940er-Jahren verzaubert mit ihrem einzigartigen Blumenschwungrad, dem 285 mm grossen Messer aus verchromtem 100Cr6-Stahl mit professionellem Schliff und dem manuellen Millimeterknopf für perfekte Schnitte von 0 mm bis 3 mm. Mehr braucht es nicht für einen Traum. Preis: 12 450 Franken.
Dieser Artikel erschien im Mai 2024 in der Ausgabe MEN 1/24.


